Warum werden Bäume geweißt?

Hauptziel des Weißens ist der Schutz der Rinde vor starken Temperaturschwankungen, besonders im Winter und im zeitigen Frühjahr. An sonnigen Tagen erwärmt sich der Stamm, nachts kühlt er jedoch rasch ab – genau dann entstehen sogenannte Frostrisse und Rindenschäden. Solche Verletzungen schwächen den Baum und öffnen Krankheitserregern wie Pilzen und Bakterien Tür und Tor.

Die weiße Kalkschicht reflektiert das Sonnenlicht wirksam, reduziert die Erwärmung der Rinde am Tag und schützt sie vor thermischem Stress. Dadurch überwintert der Baum in besserer Kondition und startet leichter in die neue Vegetationsperiode.

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Weißen?

Idealerweise sollten die Bäume bis Ende Januar geweißt werden. Die Maßnahme kann auch noch im Februar durchgeführt werden. Wird der Kalk durch Regen abgewaschen, empfiehlt es sich, den Anstrich bis Ende Februar oder Anfang März zu erneuern. Ein Weißanstrich im Frühjahr ist deutlich weniger wirksam.

Womit werden die Baumstämme geweißt?

Zum Weißen eignen sich am besten fertige Präparate, wie zum Beispiel Weißkalkprodukte für Obstbäume. Der Kalk bildet auf der Stammoberfläche eine schützende, haltbare Schicht, die den Baum den ganzen Winter und im frühen Frühjahr absichert. Fertigprodukte vermeiden zudem Dosierungsfehler, die bei selbst angerührten Lösungen auftreten können.

Wie führt man das Weißen richtig durch?

Der Kalk wird mit einem Pinsel auf den gesamten Stamm aufgetragen – vom Stammfuß bis zu den ersten Leitästen. Besonderes Augenmerk sollte auf die Südseite gelegt werden, da sie der Sonneneinstrahlung am stärksten ausgesetzt ist. Die Arbeit erfolgt am besten an einem trockenen, niederschlagsfreien Tag bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt.

Welche Bäume sollten geweißt werden?

Am häufigsten werden Obstbäume wie Apfel-, Birn-, Pflaumen-, Kirsch- oder Aprikosenbäume geweißt. Besonders empfehlenswert ist die Maßnahme bei jungen Bäumen, deren Rinde noch dünn und daher anfälliger für Frost- und Sonnenschäde