Viele Gärtnerinnen und Gärtner fragen sich, ob das Düngen von Jungpflanzen wirklich notwendig ist. Die Antwort lautet: Es kommt darauf an – in erster Linie auf die Qualität des Substrats, das Wachstumstempo und die Anbaubedingungen. Jungpflanzen, also junge Pflanzen, die für das Auspflanzen ins Freiland oder ins Gewächshaus vorbereitet werden, nutzen in der Anfangsphase die in den Samen gespeicherten Nährstoffe sowie die Nährstoffreserven im Substrat. Mit der Zeit – insbesondere wenn sie in kleinen Töpfen oder Anzuchtschalen wachsen – sind diese Vorräte jedoch schnell aufgebraucht.
Jungpflanzen sind empfindlich und anspruchsvoll. Sie benötigen geeignete Lichtverhältnisse, ausreichende Feuchtigkeit und eine ausgewogene Nährstoffversorgung, um ein starkes Wurzelsystem sowie kompakte, gesunde Triebe zu entwickeln. Eine sachgerechte Düngung unterstützt ihre Entwicklung, erhöht die Stressresistenz und erleichtert das Anwachsen nach dem Umpflanzen an den endgültigen Standort. Dabei gilt jedoch: Bei jungen Pflanzen sind Maßhalten und der richtige Zeitpunkt für den Beginn der Düngung entscheidend.
Wann sollte man Jungpflanzen düngen?
Die erste Düngung erfolgt am besten, wenn 2–3 echte Blätter entwickelt sind. Bis dahin beziehen die Pflanzen ihre Nährstoffe hauptsächlich aus dem Substrat und aus den im Samen gespeicherten Reserven. Eine zu frühe Düngung kann zu Wurzelschäden und Wachstumshemmungen führen.
Weitere Düngergaben können im Verlauf der Entwicklung regelmäßig erfolgen – in der Regel alle 7–10 Tage. Dabei sollte der Zustand der Pflanzen beobachtet und die Dosierung an ihren Bedarf angepasst werden.
Wie düngt man Jungpflanzen richtig?
Am besten verwendet man Dünger, die speziell für Jungpflanzen vorgesehen sind, oder Mehrnährstoffdünger in stark verdünnter Konzentration (meist 1/2 oder sogar nur 1/4 der empfohlenen Menge). Die Jungpflanzen werden mit der Düngerlösung gegossen – stets auf leicht feuchtes Substrat.
Regelmäßige, maßvolle Düngung sorgt für ein gleichmäßiges Wachstum, intensiv grüne Blätter und eine gute Verzweigung. Zudem wird ein kräftiges und gut entwickeltes Wurzelsystem gefördert.
Müssen alle Jungpflanzen gedüngt werden?
Nicht immer. Wachsen die Pflanzen in frischem, nährstoffreichem Substrat und entwickeln sich gut, kann die Düngung zunächst hinausgezögert werden. Dennoch sollten sie aufmerksam beobachtet werden. Anzeichen für Nährstoffmangel sind unter anderem:
• hellgrüne oder gelb werdende Blätter
• gehemmtes Wachstum
• dünne, schwache Stängel
• schwache Durchwurzelung
In solchen Fällen verbessert eine vorsichtige Düngung den Zustand der Pflanzen meist schnell.
Was sollte man beachten?
• Nicht überdüngen – das ist einer der häufigsten Fehler bei der Anzucht.
• Lieber kleinere Mengen, dafür regelmäßig düngen.
• Immer auf feuchtes Substrat düngen.
• Häufigkeit und Menge des Düngers an die Pflanzenart und das Wachstumstempo anpassen.
• Jungpflanzen aufmerksam beobachten und auf ihre Bedürfnisse reagieren.
Richtig gedüngte Jungpflanzen sind kräftig, kompakt und vertragen das Umpflanzen besser. Sie wachsen schneller an, sind widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten und Umweltstress und danken es später mit einem reichen Ertrag.





